Der Medienvertrag

Einmal gemeinsam ausfüllen statt jeden Nachmittag neu verhandeln. Zum Ausdrucken, Ausfüllen und Aufhängen.

Frei zugänglich, ohne Anmeldung · Stand: August 2026

Ein Medienvertrag ist kein Kontrollinstrument. Er ist die Abmachung, die verhindert, dass ihr jeden Nachmittag dieselbe Diskussion führt.

Der Trick ist, dass ihr ihn gemeinsam ausfüllt. Ein Kind, das mitentscheiden durfte, hält sich eher an eine Regel, die es selbst mitformuliert hat. Und ihr müsst nicht mehr im Einzelfall verhandeln, weil die Antwort schon aufgeschrieben ist.

So geht ihr vor

  • Setzt euch zusammen hin, an einem ruhigen Tag und nicht mitten im Streit.
  • Füllt die Felder gemeinsam aus. Lasst euer Kind so viel wie möglich selbst formulieren.
  • Lest den Vertrag am Ende einmal laut vor. Das ist der Moment, in dem er wirkt.
  • Beide unterschreiben, aufhängen, wo ihn alle sehen. Meist ist das die Küche.
  • Setzt ein Datum, an dem ihr ihn nochmal anschaut. Kinder werden älter, Regeln dürfen sich ändern.

ZUM AUSFÜLLENDer Vertrag

Der Knopf oben öffnet die Druckansicht. Zwei Seiten, ausfüllbar mit der Hand.

Unser Medienvertrag

Dieser Vertrag gilt für
Wann wir schauen (Tage und Uhrzeit)
Wie viel wir schauen (Folgen oder Minuten, nicht beides)
Was wir schauen
Wie wir aufhören: Die Folge läuft zu Ende, und danach ist Schluss. Was wir stattdessen machen

Was die Erwachsenen versprechen

Wir schalten in dieser Zeit unsere Geräte auch weg
Wir schauen mit, wenn du das möchtest
Wir nehmen dir die Bildschirmzeit nicht weg, wenn du etwas anderes falsch gemacht hast

Wenn es doch Streit gibt

Dann machen wir das
Diesen Vertrag schauen wir uns wieder an am
Unterschrift Kind
Unterschrift Erwachsene
Datum

FÜNF REGELNWas sich in der Forschung durchsetzt

Diese fünf tauchen in fast jeder Auswertung wieder auf. Wenn ihr nur ein paar Punkte in den Vertrag aufnehmt, dann diese.

1
Bildschirmzeit ist keine Belohnung und keine StrafeWer den Fernseher als Belohnung einsetzt, macht ihn wertvoller, als er ist. Kinder, bei denen Medien so geregelt werden, wollen am Ende mehr davon, nicht weniger. Das ist gut untersucht und überrascht fast alle Eltern.
2
Keine Geräte im KinderzimmerDer stärkste einzelne Zusammenhang in der ganzen Schlafforschung zu Kindermedien. Es geht nicht um Vertrauen, sondern darum, dass niemand um zehn Uhr abends allein entscheiden muss.
3
Die letzte Stunde vor dem Schlafen bleibt freiNicht wegen des blauen Lichts, sondern weil die Zeit fehlt, um herunterzukommen, und weil die Geschichte im Kopf weiterläuft.
4
Kein HintergrundfernsehenEin Gerät, das nebenbei läuft, senkt messbar die Qualität des Spiels und die Zahl der Wörter, die ein Kind hört. Es fällt niemandem auf, weil niemand hinschaut.
5
Wir schauen manches gemeinsamMitschauen und Reden darüber ist der eine Faktor, der aus fast jedem Inhalt mehr macht. Fünf Minuten reichen.

Eine Sache, die den Vertrag oft rettet

Schreibt Folgen auf, nicht Minuten. „Zwei Folgen" ist für ein Kind eine Menge, die es versteht und selbst mitzählen kann. „Dreißig Minuten" ist eine Abstraktion, die am Ende immer die Erwachsenen durchsetzen müssen. Und eine Folge, die von selbst zu Ende geht, macht das Ausschalten leichter als jede Uhr.

Die Belege zu den fünf Regeln stehen im Elternratgeber und ausführlich in der Studiensammlung. Zentrale Arbeiten: Christakis u. a. 2013; Hiniker u. a. 2016; Schmidt u. a. 2008; Kirkorian u. a. 2009; Cain und Gradisar 2010; Carter u. a. 2016.

Der Vertrag regelt das Wann. Die schwierigere Frage ist das Was. Dafür haben wir neun Fragen aufgeschrieben, mit denen du jede Kindersendung in zwei Minuten einschätzen kannst.

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